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Dominique BinderDominique Binder

 

 

Ironman 70.3 in Rapperswil oder ein Besuch bei Rapunzel

Veröffentlicht am 19.06.2015

Ironman am 7. Juni 2015 in der Schweiz

Relativ kurzfristig entschied ich mich, 3 Wochen nach St.Pölten und 3 Wochen vor meiner Langdistanz in Schweden, noch eine Mitteldistanz als Training zu machen - und da ich schon lange mit dem halben Ironman in Rapperswil liebäugelte, war dieser auch schnell gebucht.

Und das hat sich ausgezahlt, einer der schönsten Bewerbe, die ich bisher gemacht habe!

Schon am Donnerstag, als wir anreisten und gleich die Radstrecke besichtigten, waren wir begeistert von der wunderschönen Umgebung: der glitzernde See, bezaubernde Knusperhäuschen, saftige Wiesen, Kühe, Schafe, ein Ausflug ins Märchenland. Als wir am Ende der 45km langen Radrunde in die "Stadt" hinein radelten und Richtung See abbogen, fiel uns sprichwörtlich die Kinnlade runter. Die Kulisse, die wir anfangs nicht gleich sehen konnten, weil uns der riesige, eher unschöne Bahnhof ins Auge stach, kam hier, keine 200m weiter am See entlang, im strahlenden Sonnenschein unübersehbar zum Vorschein. Und die Fotos auf der Homepage des Veranstalters haben nicht zu viel versprochen. Rapperswil ist wirklich wie ein Ausflug ins Märchenland, so bezaubernd und entzückend sitzt es da mit seiner Burg und den lieblichen Steinhäuschen am See, und man würde sich nicht wundern, wenn der Wolf und die sieben Geißlein gleich an einem vorbei spazieren.

Ein Bewerb mit so einem Hintergrund bringt natürlich gleich doppelt Motivation. Auch die Hitze, wir wollen lieber gar keine genaueren Angaben zur Temperatur machen, konnte die Begeisterung nicht schmälern.

Der Bewerb selber? Hinfahren und mitmachen!!!

Einzigartige Stimmung... am "witches' hill", ein netter Anstieg auf der Radstrecke mit bis zu 12% Steigung, stehen die Bewohner verkleidet als Hexen mit großen Besen, oben am höchsten Punkt der Radstrecke (und auch auf der Laufstrecke) Männer mit riesigen Kuhglocken, ein Alphorn wird geblasen, einige Stimmungsnester machen auch wirklich richtig Stimmung mit lauter Musik und vielen Zuschauern, die aus voller Kehle anfeuern....auf der Laufstrecke geht es zwei mal über eine ca. 3 Stockwerke hohe Stiege zur Burg rauf, und so weh das im Halbmarathon tut, beim ersten mal hatte ich sogar Gänsehaut, weil die Stimmung so toll war.

Geschwommen wird im Zürichsee, eine große Runde von 1,9 km, dann sind 2 Runden mit dem Rad zu absolvieren, mit gesamt 1100 hm, steilen Steigungen und rasanten Abfahrten. Der Halbmarathon wird auf 2 Runden geteilt und obwohl ein Stück entlang der Bahn führt, vor dem ich großen Respekt hatte, weil es nicht besonders schön ist und dazu in der prallen Sonne, hatte ich sogar dort Spaß. Der Rest führt viel auf Schotter-Sandweg, es gibt viele Kurven und Wenden, Schupfer und eben die "stairway to heaven",definitiv keine schnelle, aber eine sehr abwechslungsreiche und besondere Strecke.

Es ging mir richtig gut und ich konnte den Bewerb voll genießen, trotz Hitze... Beim Laufen bin ich halt jede Station angelaufen und hab mir Schwämme zum Kühlen und Wasser, Orangenspalten oder gegen Ende Cola genommen und dieses mal hat das gut funktioniert, kein Einbruch.

Mit 5:03 belegte ich dann in meiner Klasse Platz 6 von 53 Finisherinnen und gesamt Platz 27 von 347 Frauen, meine beste Gesamtplatzierung bisher bei einem internationalen Bewerb, die Freude war groß :-)

Ein ganz tolles Rennen in einer zauberhaften Umgebung, das ich nur weiter empfehlen kann!!

Jetzt wird es dann "ernst" mit den Vorbereitungen für die WM auf der Langdistanz in Motala, Schweden, der Respekt ist groß, was hab ich mir nur dabei wieder gedacht?? Immer diese verrückten Ideen :-) aber was am Ende zählt, ist die Freude am Sport und der Spaß am Gas geben im Bewerb, und das wird dort hoffentlich auch wieder so sein...