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Mallorca Long Course Weekend 2017

Veröffentlicht am 16.11.2017

Einmal geht’s noch, oh ja… sooo eine tolle Saison, sooo viel Spaß beim Training und noch sooo viel Energien da, also nochmal ab in den Süden auf die warme, sonnige Lieblingsinsel und ab an den Start! Und zwar gleich 3 mal, das Mallorca long course weekend ist einmal wieder ganz etwas anderes, praktisch ein Ironman auf drei Tage aufgeteilt:

Am Fr 3,8 km Schwimmen, Sa ein Radrennen über 172 km (Hilfe - Windschatten erlaubt, das habe ich noch nie gemacht, bisher hatte ich nur Rennen mit dem Zeitfahrer!! Und ich bin ja wirklich keine Windschatten-Spezialistin mit meinem ewigen Respekt, in der Gruppe zu fahren, ich hasse es ja auch im Training…) und So als krönender Abschluss ein Marathon. Das tolle ist, dass gleichzeitig Rennen über alle möglichen Distanzen angeboten werden, man kann sich alles so zusammen stellen , wie es für jeden individuell passt, also zB auch nur 1,9 km schwimmen , 86 km radeln und nur 5 km laufen oder einen Halbmarathon oder gar nicht schwimmen oder nur 10 km laufen oder oder oder, unendliche Möglichkeiten, wo für jeden etwas dabei ist.

Für diejenigen, die alle drei Langdistanzen machen, gibt es einige nette Extras, wie Verpflegung nach dem Rennen, eigene Siegerehrung (allerdings gab es hier keine Altersklassen, nur eine Gesamtwertung!!)usw., ganz ein nettes Event, das dort zum ersten Mal statt fand.

Zuerst einmal eine Woche Urlaub, wenig Training, Regeneration, gemütliche Ausflüge, tolles Essen, viel Schlaf und Ruhe und Sonne, Sonne, Sonne!! Wir hatten so ein Glück mit dem Wetter, es war zum Teil noch richtig Sommer – Bikiniwetter, und -bis auf einen Tag- für Alcudia-Verhältnisse sehr wenig Wind. Dann am Ende der Woche ab an den Schwimmstart, die LCWler (long course weekend Teilnehmer ;-), reine 3,8 km- Schwimmer und 1,9 km – Schwimmer starteten gleichzeitig, Gott sei Dank ein überschaubarer Haufen und nur ein kurzes Schwimmen im Bulk, das mich die ersten 200 m ordentlich bremste, aber daran war ich selber schuld, denn es gab keine Wettkampf-Besprechung, nur eine kurze Erklärung ohne Vorankündigung 20 min vor dem Start und da war ich gerade beim Auto umziehen, verstand nichts und wusste nicht, in welche Richtung es los ging. Hätte vielleicht fragen sollen ;-) Ich ging halt davon aus, dass wie beim Ironman im Uhrzeigersinn geschwommen wurde und wunderte mich, dass alle beim Startschuss wie verrückt in die andere Richtung liefen. Na, natürlich flott mit gerannt und ins Wasser, nur war ich dadurch auf der falschen Seite und konnte mich nicht so schnell frei schwimmen, war etwas mühsam, aber immerhin bekam ich keine Schläge ab, das ist das wichtigste!! Und nach einiger Zeit konnte ich den kompletten Rest der Strecke mehr oder weniger alleine schwimmen, das hieß zwar, kein „Gezogen-werden“ und sich immer wieder an der Nase nehmen, um alleine das Tempo zu halten (weil es war schon drauf drücken angesagt, für den Rest des Tages stand ja ausruhen am Plan!!),aber es bedeutete auch, dass ich in aller Ruhe meine Linie schwimmen konnte, was für ein Genuss!!

Weniger Genuss waren die Quallen, die nach und nach auftauchten, eine erwischte mich am Fuß, nicht angenehm, war meine erste intensivere Quallenbegegnung und ich musste mir sehr gut zureden („hast das auch mal abgehakt“, „das Meerwasser heilt das jetzt gleich“ usw), um mich weiterhin auf meine Leistung zu konzentrieren und nicht auszuflippen, als plötzlich eine vor meinem Gesicht auftauchte und immer mehr davon zu sehen waren :-(

Die Strecke war, wie beim Ironman, auf 2 Runden aufgeteilt, dazwischen ein kurzer Landgang durch den Sand und zum Schluss ein etwas längerer Lauf durch den Sand zur Ziellinie. Letztere überquerte ich schwer schnaufend (lauf mal mit komplett angezogenem Neo nach einem Schlusssprint im Wasser und langem flachen Wasser-herausgehampel-lauf noch gute 100m durch den Sand..) nach genau 1 Stunde!! Unpackbar, was für ein Traum, ich wollte sooo gerne einmal die 3,8 unter oder in einer Stunde schwimmen und minus dem Landgang und der Rennerei zum Schluss war das definitiv drunter, yes!! Wieder ein Hakerl in der kleinen, lebens-unwichtigen, aber Freude bereitenden Triathlon-todo-Liste :-)

Noch dazu war ich damit die dritte Frau gesamt der LCWler nach dem Schwimmen, bumm, damit hätte ich jetzt nicht gerechnet, aber die Freude verdoppelte sich gleich!

 

Zur Erholung gab es einen gemütlichen Stadtbummel durch Alcudia mit leckeren Vanille-gefüllten Brandteigkrapferln und herum kugeln für den Rest des Tages bzw. Vorbereitungen für das Radrennen treffen.

Am Abend fühlte sich dann irgendetwas nicht ganz richtig an, irgendwas stimmte nicht, Magen-Darm...hm, naja, ich schob es vorerst mal auf die Nervosität und nahm ein Stamperl Whisky zu mir (ja!!!! ICH hab einen Schluck Alkohol getrunken, hihi, Tipp meines Osteopathen, wenn man im Magendarmtrakt etwas spürt, zur Vorbeugung etwas Whisky trinken..), das half auch fürs erste.

 

Tag 2: Wieder frühes aufstehen , wieder frühes Frühstück runter würgen, wieder nervös sein, also 3x hintereinander ist das schon 3x Belastung, auch wenn man jedes mal froh ist, dass nur eine Disziplin zu bewältigen sein wird, es sind eben 3 Rennen, also 3x Belastung mit allem drum und dran davor und danach, 3x selbst-Motivation... insgesamt – musste ich feststellen – um nix besser als ein Ironman ;-)

Mein erstes Radrennen, ich gebe zu, ich war ordentlich nervös!! Die Top 10 der Damen und Herren nach dem Schwimmen wurden aufgerufen und durften ganz vorne starten, wow, das war ein Gefühl! Und dann ging es los und es hieß einfach einmal dran bleiben! Von Anfang an investieren, um in eine gute Gruppe zu kommen und Windschatten genießen zu können. Das war zwar gleich einmal schön hart, aber es gelang mir zu meiner eigenen Überraschung gut und bald formte sich eine riesige Gruppe, mit der ich die ersten 40 km in 1h 05 dahin donnern durfte. Leider rissen dann mitten im Bulk einige Teilnehmer ab, was von weiter hinten, wo ich mich gerade befand, nicht zu sehen war, da die Straße sich bergauf dahin schlängelte. Als ich wieder freie Sicht hatte und sah, dass der große Haufen weit entfernt war, schlief mir erst einmal das Gesicht ein und ich arbeitete mich vor, um gemeinsam mit anderen den Anschluss wieder zu finden. Leider fanden diese anderen das nicht so wichtig und bummelten vor sich hin und alleine hatte ich keine Chance, dort wieder ran zu kommen. So endete ich mitten im Rennen einmal gute 40 km lang in einer etwas „trägen“ Männergruppe, die sich mit 30 km/h zufrieden gab und großteils von mir ziehen ließ, da ich zumindest 33 fahren wollte. Das kostete richtig Kraft, aber ich dachte mir einfach nur – dran bleiben, es wird sich schon auszahlen und zurückfallen lassen ist keine Option.

Und es zahlte sich auch aus. Irgendwann zerfiel auch dieses Grüppchen, es blieben nur ein Engländer, der zu diesem Zeitpunkt aber ein gutes Stück vor mir war und sich gerade an einen kräftigen Belgier dran hing, den wir irgendwann eingesammelt hatten, und ich. Und plötzlich gaben die beiden Gas, als hätte es vorher noch keine 110 km gegeben, Hilfe!! Ich musste richtig richtig ans Limit gehen, und zwar 10 min lang, um zu ihnen aufzuschließen, aber es gab keine Alternative.

Und dann kam der Lohn dafür :-) Wir plauderten ein wenig, stellten fest, dass wir alle drei eine Labe brauchten (wo man stehen bleiben und seine eigenen Flaschen nachfüllen musste) und dass die beiden nur das Radrennen machten, morgen also nicht laufen mussten, während ich meinen Platz 3 zu verteidigen hatte.

Von da an düsten wir bis zur Ziellinie zu dritt und die beiden nahmen mich in den Windschatten, was sie konnten, es war genial!! Hart, weil rollen war allemal nicht angesagt und die zwei waren auch schon ordentlich ko, aber genial, weil da ging was weiter und wir stimmten uns aufeinander ab und motivierten uns gegenseitig.

Und so ging es nach 5:09 über die Ziellinie, als gesamt dritte Frau beim Radrennen!!! Es war unglaublich und ich zwar kaputt, aber überglücklich! Die Siegerehrung war für mich einfach ein Traum – einmal neben Lucy Gossage (Triathlon-Profi auf Weltspitzenniveau) am Podest stehen, lustigerweise waren die Top 3 alle LCWlerinnen, damit hätte ich nie gerechnet. Das brachte auch in der Gesamtwertung weiterhin Platz 3, großer Abstand zu den beiden Damen vor mir, die beim Radrennen ganz woanders unterwegs waren, und 5 min in der Gesamtzeit vor Platz 4, einer ehemaligen Profidame aus der ITU, die mittlerweile auf der Langdistanz regelmäßig am Podest steht und eine Marathon-Bestzeit von 2:50 zu bieten hatte….

 

Und dann hieß es wieder REGENERIEREN, was nur irgendwie geht: Beine ins Meer, Basenbad, Compex, Schokolade und überhaupt essen, was nur rein geht :-)

Und wieder stimmte etwas nicht, aber dieses mal richtig. Magen-Darm waren definitiv nicht in Ordnung und das lag nicht nur an der Anstrengung, das wusste ich. Außerdem fühlte ich mich wie ein nasser Waschlappen, das war alles nicht normal. Im Laufe des Abends stellte ich den Start beim Marathon am nächsten Tag schwer in Frage, kein Hawaii die zweite, nein, das würde ich nicht nochmal machen, durch die Hölle geht man nur einmal ;-) Hm, naja, die Nacht abwarten, morgen ist ein neuer Tag, da kann alles ganz anders ausschauen, und nochmal ein Schluck Whisky :-) und Hauptsache, ich kann an den Start gehen und es versuchen (der große Wunsch, endlich die 3:30 zu knacken bzw. eigentlich in Richtung 3:23 zu laufen, was vom Training her wirklich drinnen sein müsste, schwand nach und nach...Hauptsache mal am Start stehen), sollte es dann nicht sein, heißt es DNF, alles nur keine Hawaii-Wiederholung.

 

Neuer Tag – neues Glück, Startschuss und Laufen, vorsichtig, die ganze erste Hälfte mit Zurückhaltung angehen und mal schauen, ob sich das Ding ins Ziel bringen lässt. Die Beine fühlen sich erstaunlich gut an, das lockere Tempo machen sie widerstandslos mit, der Darm, naja, geht schon, hoffentlich hält er durch. Auf Verpflegung reagiert er nicht begeistert, na dann halt nur mit dem absoluten Minimum, geht auch, ein Danke an die vielen, vielen nüchtern-Trainings! Nur der Puls, Halleluja, was ist denn da los? 150-156 und das von Anfang an, bei einem Tempo, wo er bei 138 bis max. 145 sein sollte, oh oh, entweder spinnt mein Garmin gewaltig oder da ist ein Infekt im Körper. Naja, solange ich mich „gut“ fühle, laufe ich weiter, immer leicht zurückhaltend. Jetzt ist es eh schon wurscht, der Infekt ist da und bricht dann sowieso aus, ob ich jetzt 20, 30 oder 42 km gelaufen bin...

So ging es richtig gut dahin, die km verflogen nur so, die Beine waren für die Vorbelastung echt gut unterwegs. Bei der Hälfte ein Blick auf die Uhr, ca. 1:40, yes, voll auf Kurs und noch immer Kraft in Reserve! Also in der dritten Runde (die gefürchtete von 4,5 Runden)noch ruhig bleiben, den üblichen Einbruch bei km 26/27 hinter mich bringen – der dieses mal gar nicht schlimm war – und dann, Runde 4, Tempo machen!! Die Beine sprangen an, Frequenz nochmal erhöhen und jetzt geht’s los! Ich fühlte mich stark, überholte einige Teilnehmer und konnte den Abstand zu den Frauen hinter mir vergrößern, aber nach 3 „flotteren“ Kilometern krampfte der Darm und mir blieb die Luft weg, na super. Der Puls war überhaupt nicht mehr zu beruhigen, alles klar, jetzt war ich mir 100% sicher, ich war nicht gesund. Tja, stand wieder einmal Schadensbegrenzung auf der Tagesordnung, Tempo raus nehmen und das ganze ins Ziel bringen, Gott sei Dank ohne Leiden, solange ich locker dahin lief, ging alles gut. Nur die Luft blieb mir nach und nach weg, auch wenn ich immer langsamer wurde, war aber nicht so schlimm, die 10 km bis zum Ziel gingen schon, halt langsam. Und ich war die ganzen 42 km lang happy, weil es mir super Spaß machte zu laufen und es sich einfach abspulen ließ, auch mit „Problemchen“, die gehören halt manchmal dazu, und weil ich sah, dass ich sehr weit vorne war, das motivierte natürlich sehr.

Auf dem letzten km begleitete mich noch, als 3.Frau der LCWler beim Marathon, ein Fahrrad (oh, das hatte ich mir auch immer schon gewünscht...) und dann ging es mit 3:31 als 4. Frau gesamt beim Marathon ins Ziel. Ich bekam zwar nicht mehr so gut Luft, freute mich aber riesig!!

 

Nummer 4 vom Vortag hatte mir mit einem 3:23er-Marathon in der Gesamtwertung 3 min abgenommen, die aufs Gesamtpodest fehlten, aber das machte gar nichts, hatte sie verdient, sehr starke Läuferin!! Und die Gesamtzeit von 9h 40 freute mich auch sehr :-)) und mit so einem Ergebnis hätte ich ja sowieso nie und nimma gerechnet.

Der Marathon wurmte mich im Nachhinein, weil ich doch sooo gerne für mich eine andere Zahl stehen gehabt hätte, aber so bleibt noch ein schönes Ziel weiter zu verfolgen!! Und jetzt weiß ich, dass ich einen 150++ - Puls 3,5h lang aushalten kann, hihi ;-)

 

Am nächsten Tag war sie schon da – eine ausgewachsene Verkühlung inklusive Luftröhrenentzündung, ahhhh….machte aber gar nichts, jetzt war ich das ganze Jahr gesund, das darf auch mal sein! Und ich konnte es meinem Immunsystem nicht übel nehmen, Roman kränkelte schon vor den Bewerben und drei Wettkämpfe plus kranker Freund war einfach zu viel, das war absolut okay!! Und einmal eine Woche im Bett liegen, sich selbst hegen und pflegen, war eigentlich jetzt auch mal ganz lustig, mal was anderes ;-)

 

War eine Hammer-Saison, Spaß ohne Ende, die Planung für 2018 steht, ich freu mich schon riesig drauf!! Aber jetzt ist einmal ausgiebige Pause angesagt :-)

Und nochmals kann ich nur unendlich groß DANKE sagen an alle, die mich auf die unterschiedlichsten Arten und Weisen unterstützt haben!!!