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Dominique LothallerDominique Lothaller

Schweden, Genf, Klaus, Zell...

Veröffentlicht am 26.08.2015

Höchste Zeit für ein Update!
Die Saison rast dahin, bald ist sie schon wieder vorbei, und ein Wettkampf jagt sozusagen den nächsten.

Nach meinem Nicht-Start in Schweden - mein Hauptrennen der ersten Saisonhälfte, eine Langdistanz-Weltmeisterschaft, auf die ich optimal vorbereitet war... alles war perfekt, wunderschöne Umgebung, eine tolle Rennstrecke, ideales Wetter... und trotzdem musste ich in der Früh 2 Stunden vor dem Start mein Rad weinend aus der Wechselzone schieben, weil ich am Tag zuvor verkühlt aufgewacht bin und mit Halsweh und schmerzenden Gliedern keine Möglichkeit für und auch keinen Sinn in einem Start sah... diese bittere Erfahrung gehörte zu den unangenehmsten Situationen, die ich bisher im Triathlon erlebt habe... aber auch hier gab es viel zu lernen, denn scheinbar war viel meiner gesundheitlichen Situation im Kopf... Ich wurde zwar kurzfristig richtig krank mit Schnupfen und allem drum und dran, allerdings beruhigte sich das ganze bereits am dritten Tag und am vierten saß ich quietschvergnügt im Flieger nachhause... so eine Blitz-Erkältung hatte ich noch nie und es sieht ganz so aus, als hätte ich mich selbst blockiert, weil ich innerlich noch nicht bereit war, bei so einem großen Ereignis zu starten....
Also, zurück zu...
Nach meinem Nicht-Start in Schweden... blieben mir mehr Kräfte für die EM auf der olympischen Distanz in Genf, ein Wettkampf, für den ich nicht trainiert hatte, eine kurze, schnelle Distanz, nicht meine Spezialität, aber dabeisein war hier alles für mich! Spaß haben, Gas geben, schauen, welchen Speed ich auf die Strecke bringen kann.
Und da war ganz schön viel Speed da, zu meiner großen Überraschung war ich richtig schnell. Und bis auf ein kleines Neo-Hoppala (der Reißverschluss klemmte und ich steckte in meinem Neopren fest... wie war das mit der Selbst-Blockade? Langsam ist es dann aber mal genug damit ;-) lief auch alles richtig rund und gut.
Am Rad freute ich mich über meine absolute Bestleistung, die ich jemals in einem Triathlon erbracht habe (vielleicht auch ein wenig angestachelt durch die Wut über den Neoporen-Zwischenfall), Schwimmen und Laufen gingen auch sehr gut und ich kam in meiner Altersklasse als 10te über die Ziellinie, Platz 6-10 innerhalb von 1,5 Minuten aneinander, also sehr knapp...
 
Danach hieß es dann einmal 2 Wochen pausieren, ein wenig ausruhen, andere Dinge tun, Kräfte sammeln für die zweite Saisonhälfte.
Diese begann ich dann, leider wieder im halb-gesunden Zustand, in Klaus mit dem Cross-Triathlon, ein Sprint, mein erster Versuch auf dieser Distanz. Sehr wacklig auf den Beinen, aber immerhin eben auf selbigen, stand ich in der Früh am Start, die Tage vor dem Rennen hatte ich noch im Bett verbracht und so ziemlich nichts in mir behalten. Aber ich beschloss, für einen Sprint musste es reichen, der musste auch irgendwie mit leeren Speichern zu bewältigen sein.
Naja, angenehm war das nicht, bis zum 6km-Lauf war einfach keine Kraft im Körper. Beim Schwimmen war mir richtig schwindlig, in einen Rhythmus kam ich gar nicht, und am Rad waren die Oberschenkel einfach nur leer. Trotzdem ging ich als zweite Frau auf die Laufstrecke und da war dann ganz plötzlich alles da. Ich fühlte mich wieder ich selbst und konnte richtig Gas geben. Eigentlich wollte ich nur noch den zweiten Platz halten, aber als ich sah, dass ich mich der Führenden näherte, stieg die Motivation und der Gedanke an einen möglichen Sieg liess mich alle verfügbaren Kräfte mobilisieren. Beim längeren Anstieg in den Wald hinein übernahm ich die Führung, und von da an war ich trotz maximaler Anstrengung einfach nur noch glücklich. Meine erster Triathlon-Sieg, klein aber fein, und das ganze bei einem Sprint (ich als Langdistanzlerin!) und mit dem Mountainbike, auf dem ich davor kaum gesessen bin. Dieses Gefühl wird mich noch lange begleiten. :-)
 
Gleich am nächsten Tag ging es dann nach Zell am See, 9 Tage Trainingslager und die Strecke für meinen nächsten großen Wettkampf besichtigen. Genau für diesen ruhe ich mich gerade aus, das Training ist abgeschlossen, jetzt heißt es regenerieren und Kraft tanken!
 
Ernährungstechnisch greife ich während der Rennen immer mehr zum schnell verfügbaren Zucker. Da ich diesen im Training nicht regelmässig verwende, "schiesst" er dann umso mehr ein und gibt schnelle Energie. Gleichzeitig ist es aber enorm wichtig, die Basis auch zu halten, also meine üblichen Energiespender zu mir zu nehmen, die nicht so schnell ins Blut gehen und mir längerfristig Energie geben. Der Mix verändert sich immer wieder und das Experimentieren damit macht mir nach wie vor Spaß.
Vor dem Rennen sind noch immer Hirse in allen Formen (auch Gerste und Buchweizen), Mandelmus, Nüsse, Kerne (in letzter Zeit Sonnenblumenkerne in Unmengen), dunkle Schokolade, Honig, Ahornsirup, gutes Brot, Gojibeeren und ähnliches hoch im Kurs bei mir. Und ein Stück Fleisch, ganz wichtig für meine Kraft. Letzeres ist bestimmt Typensache, einige Sportler kommen vegetarisch oder sogar vegan zurecht, für mich wäre das keine Alternative, obwohl ich lange Zeit kein Fleisch gegessen habe, der Leistungssport hat mich zurück dorthin gebracht. Und sonst steht natürlich immer sehr, sehr viel Gemüse und Obst am Speiseplan, Gott sei Dank vertrage ich das auch vor einem Rennen sehr gut.
 
Alle Daumen halten für Samstag, Zell am See! Ich werde dann berichten...