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Dominique BinderDominique Binder

 

3. Platz für Dominique Binder3. Platz für Dominique Binder

Ticket nach Genf

Veröffentlicht am 19.06.2015

Triathlon in Obergrafendorf am 2. Mai 2015

Am 2. Mai stehe ich mit drei weiteren hoch motivierten Athleten aus dem Verein in Obergrafendorf am Start des ersten Triathlons der Saison in Österreich...

Motiviert?! Mehr oder weniger, es regnet und regnet und will nicht wirklich aufhören und warm würde man anders definieren. Der See hat 16,2° - Gott sei Dank sagen sie das erst kurz vorher in der Rennbesprechung, im Zelt hängt ein Schild mit 17,5° Wassertemperatur, was bis zur besagten Besprechung zumindest mir Hoffnung macht, nicht schon beim Schiwmmen zu erfrieren. Aussentemperatur?? Wollen wir nicht dran denken, auch nicht genau wissen und schon gar nicht aussprechen.

30 min vor dem Start beginne ich im Neo herumzuhüpfen, zu laufen, Lauf ABC-übungen zu machen, Hampelmänner, alles, nur nicht stehen bleiben, und Schuhe und Socken werden erst so spät wie möglich ausgezogen. Dann kurz ins Wasser, einmal untertauchen, nur um zu wissen, welche Kälte mich da erwartet... naja, es gibt nur ein Motto für den Tag: vollgas, sonst erfriere ich. Das passt aber eh, denn so ist es ja auch als Trainingseinheit für die kommenden Wettkämpfe gedacht. Schauen, was auf so einer "kurzen" Distanz an Intensität auszuhalten ist.

Also, los geht's! Die erste Welle startet und schon können wir Frauen ins Wasser...

Startschuss, Kopf ins Wasser und los sprinten, wie immer, um der Masse zu entkommen... Sch..ist das kalt, nach wenigen Metern tut das ganze Gesicht weh und die Lippen fühlen sich an, wie man es sich nach einer Botoxkur vorstellen würde. Durchbeissen, das wird schon vergehen und so lange dauern 1,4km ja nicht, bleib einfach am Gaspedal. Es geht unter einer Brücke durch in Richtung erste Boje und bald stelle ich fest, dass ich hinter dem ersten Feld von 4 Frauen schwimme, kaum zu glauben!! Die vielen langen, harten Schwimmeinheiten haben sich bezahlt gemacht, es geht richtig richtig gut und das trotz der Kälte, in der man sich selber ja teilweise nicht gut spürt. Ein kleiner Pferdefuss erwartet mich noch - es gibt zwei Landgänge und beide Male ist ein Sprung ins Wasser angesagt, das habe ich auch erst in der Rennbesprechung erfahren, upsi... hätte man doch mal üben sollen, ich köpfel ja niiieeeeee... uiuiui.... aber, auch das klappt beide Male ganz gut, beim zweiten Spru
ng kommt zwar bissl Wasser in die Brille, aber was soll's, für die paar 100m bis zum Ausstieg ist mir das jetzt mal egal.

Und tatsächlich steige ich als 5. Frau aus dem Wasser (was ich aber nicht sicher wusste, konnte es nur ungefähr so einschätzen), quäle mich in der Wechselzone mit den gefrorenen Händen und sprinte auf die Radstrecke.

Hier heisst es einfach mal nur irgendwie warm werden, es ist sooo kalt. Aber immerhin spüre ich schon meine "Botox"-Lippen wieder und angeblich soll das Wetter ja besser werden! Nix da, gleich in der ersten Runde von vieren (40km) regnet es nochmal ordentlich los. Ich fahre alles, was irgendwie geht, in der Aeroposition, richtig eingekuschelt, um den Brustraum warm zu halten. Die Finger eingerollt zur halben Faust und immer wieder Fäuste ballen und öffnen, um das Gefühl in den Händen nicht ganz zu verlieren.

Leider heisst das Wetter (und die mangelnde Kurskenntnis) für mich, am Rad nicht alles raus holen zu können, immer wieder bremsen zu müssen, in den Kurven und bergab ist mein Respekt doch zu gross. Aber von Runde zu Runde wird auch das besser. Die Beine sind zwar total gefroren, aber irgendwie geht alles, ist ja nur "kurz"...

Seltsamerweise überholt mich gar keine Frau, wie ich es doch am Rad gewohnt bin, oder ich erkenne sie nur nicht als solche, oder ich krieg's einfach nicht mehr mit...

So geht es zurück in die Wechselzone, den Helm zu öffnen wird die nächste Herausforderung, ...soll ich jemanden um Hilfe bitten? Darf ich das überhaupt? Beim dritten Versuch klappt es dann doch und irgendwie bringen die halb-toten Hände auch die Füsse in die Laufschuhe, gefühlt nach einer Ewigkeit. Und vollgas auf die Laufstrecke!!

Füsse und Beine sind schwer zu spüren, ich habe das Gefühl, meine Schuhe gleich zu verlieren, und der gefrorene Hintern macht es auch nicht leichter, in einen Rhythmus zu kommen, aber alles egal - es sind "nur" 10km und die sollen auf Maximum gelaufen werden, also werd ich schon auftauen!! Gut, wir haben nachher erfahren, es waren 10,5km... ;-)

Die Strecke führt um den See, über eine Brücke, bisschen Waldweg, Wiese, Schotter und dann Asphalt und in 3 Runden zum heiss ersehnten Ziel.

Das war cool! Keine Ahnung, wie was wo, aber ich glaube, es war gut und Genf müsste auch drinnen sein.

Dieses Rennen war nämlich eine Möglichkeit, sich für die Age group Meisterschaften auf der olympischen Distanz in Genf im Juli zu qualifizieren. Zwar nicht meine Distanz, aber ein paar Jungs aus dem Verein starten dort und da hab ich mich überreden lassen, auch die Quali zu versuchen.

Geklappt, es geht nach Genf! Auch wenn das eigentlich so gar nicht in den Wettkampfplan passt, gleich zwei Wochen nach meiner Langdistanz in Schweden....aber egal, dabei sein ist in den Fall alles!

Und ich durfte mich über Platz 3 in meiner Klasse sowie Gesamtplatz 5 bei den Damen freuen, was für ein Rennen!!