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Dominique BinderDominique Binder

Triathlon 19.10.14 in Cabo de Gata, Südspanien

Veröffentlicht am 06.11.2014

Triathlon Cabo de Gata (Südspanien) am 19. Oktober 2014 - knallhart,... saugeil
San Jose, ein kleine Ort am blitzblauen Meer, herrlicher Sandstrand, weiße Häuschen, rundherum Hügel, roter Sandboden, Windmühlen...einfach wunderschön!
Die Tage vor dem Wettkampf waren von strahlend blauem Himmel geprägt, jeden Tag wurde es etwas heißer.  
Die Strecke: 1,9 km Schwimmen in der Bucht (2 Runden mit Landgang), 80 km mit 1100 hm am Rad und 19 km mit 340hm Laufen. Spätestens am Sa bei der Besichtigung der Laufstrecke war klar, dass die geplante Verpflegung nie ausreichen würde, schon gar nicht bei der Hitze, die angesagt war.

Also ein Griff in mein Verpflegungssackerl von zu Hause, noch 2 Manner-schnitten (leider gibt es die noch nicht in Bio!!) hervor gezaubert und eine große Kartoffel gekocht, die gut gesalzen in Stückchen zu meinen Riegeln in die Radtasche kam. Perfekt!
Auch am Renntag keine Wolke zu sehen, leider ziemlicher Wind, was meinen Respekt vor der Radstrecke noch wachsen ließ.
Um 9.00 der Start der Männer, 5 min später waren die Frauen dran. Und genau eine Minute vor unserem Start, als hätte jemand auf den "Play"-Schalter gedrückt, kamen Windböen vom Meer, die ordentlich Wellen entstehen ließen, das Wasser war richtig wild. Lustiger weise war mir das dieses Mal egal, ich hatte Riesenspaß beim Schwimmen, hab zwar ordentlich Salzwasser geschluckt, wusste aber, dass ich an diesem Tag ohnehin viel Salz zu mir nehmen musste und nahm es mit Humor.:-) Leider nahm ich die letzte Boje vorm Landgang auf der falschen Seite und musste einen Haken schlagen, um wieder richtig auf Kurs zu sein - eindeutig ein Hinweis, mal spanisch zu lernen, denn der ganze Wettkampf und somit alle Infos waren nur auf Spanisch dort. So verlor ich die Gruppe, zu der ich gerade aufgeschlossen hatte und musste die zweite Runde alleine schwimmen. Der Landgang war überhaupt fürchterlich, denn es ging ein gutes Stück sehr flach aus dem Wasser und wieder hinein - ich war allerdings so k.o. vom Kampf mit den Wellen, dass ich nicht laufen konnte, alles kam mir vor wie in Zeitlupe.


Als 9te Frau stieg ich dann aufs Rad und los ging es einmal gute 10km hauptsächlich leicht bergauf und mit starkem Gegenwind. Trotzdem war es so schön, die Landschaft, die Atmosphäre, ich habe es einfach nur genossen und Gas gegeben, sodass die Beine 80km lang leicht brannten. Ein paar Steigungen waren schon ordentlich knackig und in keinem Wettkampf war ich bisher so viel in kleinen Gängen unterwegs. Mein Wunsch war es, die Strecke in unter 3h zu bewältigen, was mir aber bei dem Wind fast unmöglich erschien. Doch nach 2h 48 min kam ich als 5te Frau in die Wechselzone, unglaubliche Stimmung und so viel Spanisch verstand ich sogar, um meine Position im Rennen mitzubekommen.


Voller Motivation lief ich los, der Tank noch voll, da ich mich am Rad (trotz Wind von allen Seiten!!) gut aufs Essen und Trinken konzentriert hatte, ...die ersten 3km ging es fast nur bergauf (bis auf ein paar "Schupfer", die später den letzten Rest beim Hinunterlaufen zum Ziel von einem verlangten..), gleich am ersten km überholte ich Nummer 4, die ersten 3 waren weit vor mir, das wusste ich, daher fühlte ich mich jetzt von hinten etwas gejagt. Doch beim bzw. ab dem Turn-around-point nach ca.11 km konnte ich sehen, dass die Konkurrenz mind. 2km hinter mir lag, also Tempo halten und nicht übertreiben bei der Hitze.
Es war wirklich brutal - der rote Sandboden, mit Spurrillen, überall Steine, jeder Schritt brauchte Konzentration.


Die Hitze, die Sonne brannte auf den Kopf und der Wind, der die letzten 6km, bevor es wieder bergab in die Stadt ging, als Gegenwind alles erschwerte. Bei jeder Labestation nahm ich 4 Becher Wasser, trank ein paar Schluck und schüttete mir den Rest über Kopf und Nacken. Eine Labestation, die am Kurs eingezeichnet war, fehlte leider... gutes Training für Mexiko, dachte ich mir :-)
Ein Spanier hängte sich noch in meinem Windschatten an mich dran und keuchte mir in den Nacken. Wie ein kleiner Zug gingen wir auf Überholkurs. Als ich mich einmal grinsend umdrehte, meinte er nur: "I owe you a beer..." "Let's say ice cream" meine Antwort :-) Später im Ziel fiel er mir halb um den Hals, weil er anscheinend dank mir zwei Kollegen aus seinem Verein zurück überholen konnte.


Der Zieleinlauf war einer der schönsten bisher für mich. Auch wenn ich wirklich mit der allerletzten Kraft die letzten Hügel davor noch schaffte...das Gefühl, alles gegeben zu haben, die Stimmung, die Landschaft und dann das Ergebnis:
Platz 4 gesamt bei den Frauen und dabei wurden am Start 6 Favoritinnen für dieses Rennen vorgestellt!!
(Top Ten war mein Ziel, bevor ich nach Almeria flog, als ich aber die Strecke und meine Konkurrenz sah, verwarf ich das schnell wieder…)
Der erste Weg war der zum Wasser, gute 1,5l (mehr als nach einem Ironman!!) flutschten wie nichts hinunter, dazu noch Cola und Schokomilch, dann konnte ich mich langsam richtig freuen.
Die Siegerehrung war genauso schön wie das Rennen: am Strand, mit Konfettiregen, und Preisgeld gab es auch für die ersten 5 Männer und Frauen. Ich bin jetzt noch überwältigt von diesem Erlebnis und freue mich schon auf die nächste Herausforderung, Ironman Cozumel, mein Saisonabschluss.
 
Meine Verpflegung sieht jetzt folgendermaßen aus: an den Tagen vor dem Rennen viel Hirse mit Bananen, Kokosmehl und Mandelmus. Zu trinken viel verdünnte Säfte. Währenddessen meine üblichen Riegel aus natürlichen Zutaten, dazu kommt jetzt ein Packerl Mannerschnitten (man verzeihe mir diesen "Bio-Fehltritt", aber der Zucker muss sein bei der Belastung ;-) und Salzkartoffeln. Und natürlich - je heißer, desto mehr trinken, trinken, trinken und Salz konsumieren!
 
GlG
Dominique