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WiedersehenWiedersehen

LebensmitteleinkaufLebensmitteleinkauf

KaffeeeinkaufKaffeeeinkauf

SpeiseölSpeiseöl

ZuckersackZuckersack

Dorf NiayokDorf Niayok

Dorf NiayokDorf Niayok

Verteilung der Lebensmittel und HygieneartikelVerteilung der Lebensmittel und Hygieneartikel

Kochen bis spät in die NachtKochen bis spät in die Nacht

KaffeezubereitungKaffeezubereitung

FingerpuppenFingerpuppen

 

 

 

Miak Wadang - Reisebericht von Frau Veronika Kunze

Veröffentlicht am 23.05.2016

Liebe Leser/Innen,

die Idee der getrennten Reiseberichte war die Idee von Dr. Bronnenmayer und mir, da wir beide in verschiedenen Ressorts des Vereines tätig sind und somit das Erlebte  getrennt berichtet werden möchte.

DANKE an alle Menschen die MiakWadang unterstützen, denn nur so kann das Team MiakWadang die Menschen im Land unterstützen.

DANKE,  liebe Kunden des BioLadens – Kirchdorf

DANKE, liebes BioLaden Team – Kirchdorf

Bevor ich über diese Reise berichte, stelle ich Ihnen meinen Tätigkeitsbereich im Projekt „MiakWadang“ vor.

 

Meine Herzensanliegen:

**Kinder und ihre Zukunft – Schule für ALLE! Denn die Veränderung erwächst aus der jetzigen jungen Generation und jenen die nachkommen!

  • Sicherung einer Mahlzeit am Tag
  • Schulausspeisung
  • Lehrbücher
  • Weiterführende Schulen
  • Berufsausbildung auch im Dorf

Die Kinder und Jugendlichen müssen die Möglichkeit bekommen, sich in ihren Stärken und Fähigkeiten verwirklichen zu können.

 

**Berufsausbildung im Dorf - Meine Ausbildung zur Tischlerin / Schweißerin ermöglicht es, dieses Wissen an junge Menschen weitergeben zu können. Es sollen Werkstätten errichtet werden, worin sich  junge Menschen erproben können, in welche Richtung sie ihre Lehre machen wollen.  Nach ihrer Entscheidung haben sie die Möglichkeit bei Fachkräften, nach europäischen Standards, ihre Lehre absolvieren zu können. Die Berufsschule dazu wird dann  im Dorf angeboten.  Dieser Abschluss wird mit einem Zertifikat bestätigt! Derzeit in Erarbeitung!

Möglichkeiten einer Lehre im Dorf könnten sein: Tischler/In, Schweißer/In, Mechaniker/In, Schneider/In, Maurer/In

 

**Bildung für Mädchen und Frauen

Mädchen sollen die Möglichkeit haben, sich in ihren Stärken und Fähigkeiten entfalten zu können. Bildung verbessert den Status der Mädchen und Frauen und dadurch  können sie sich eher aus der Abhängigkeit und Unterdrückung befreien. Ihre Selbstbestimmtheit wird gestärkt und somit sind sie kein „Freiwild“ mehr für alte heiratswütige Männer! Wir wissen, dass Bildung das beste Verhütungsmittel ist. Mädchen, die zur Schule gehen, heiraten in der Regel später, bekommen später Kinder. Sie entscheiden selber wann und wie oft sie Mutter werden wollen! Damit verbunden ist die niedrige Mutter- und Kindersterblichkeit. Durch Bildung haben die Mädchen auch einen weitreichenden Zugang zu Aufklärung und Informationen, z.B. Verwendung von Kondomen!  An dieser Stelle ist auch zu sagen, dass Frauen nicht um Bildung bitten müssen, sondern es zum Grundrecht des Lebens gehört!

Gott sei Dank gibt es im Dorf die weibliche Genitalverstümmelung nicht!

 

**Berufliche Selbständigkeit der Frauen

Frauen in Ihrer beruflichen Selbständigkeit zu begleiten und Ihre Ideen umsetzbar zu machen, ist für mich als Frau sehr wichtig! Nicht selten fehlen zur Verwirklichung  ihrer Idee, materielle und finanzielle Ressourcen. Somit ist das Thema Micro Kredit auch ein Anliegen.

Wenn Sie nun eine Idee haben, wie es gelingen mag, dass mehr Personen im Land sich selbständig machen können, dann bitte melden – DANKE!

 

**Umweltschutz ist Gesundheitsschutz

Wenn man das Dorf „Niayok“ verlässt, stößt man bald auf Plastikmüll. Nicht selten sieht man, dass Ziegen an einem Plastiksackerl herumkauen und fressen. Dass dieses Tier keine hohe Lebenserwartung hat, und somit aus der Nahrungskette der Menschen fällt, erklärt sich von selbst.

Ich finde es besonders wichtig, den Kindern hier auch eine Wertevermittlung zu ermöglichen, sie aufzuklären und Werte vorzuleben!

Wir hatten schon einmal ein Müllsammel-Spiel veranstaltet. Die Kinder waren mit großer Begeisterung dabei!  

ABER es geht um die Vermeidung von Plastik!

Ein weiterer Weg aus der Plastikfalle ist die Wasserversorgung der Menschen. Für dieses Thema haben wir im Projekt Fachkräfte!

Nestle und Co, stehlen den Menschen das Wasser und verkaufen es in Plastikflaschen.  Das muss ein Ende haben!

 

Bereits viele durchgeführte Projekte finden Sie auf unserer Homepage www.miakwadang.

Leider hat der Krieg wieder vieles zerstört. So beginnen die Frauen wieder von Neuem! An dieser Stelle drängt sich die Aussage von Herrn Viktor Frankl auf – „Trotzdem „JA“ zum Leben sagen“! Die Menschen wissen nicht was der nächste Tag bringt und dennoch bejahen sie das Leben. Sie richten ihren Blick nach vorne und geben ihrem Leben einen Sinn. Diese Menschen haben meinen größten Respekt und Hochachtung.

 

Mein  Reisebericht

Der Tag der Buchung: Die Flüge sind gebucht! Wir fliegen! Das Herz schlägt schneller! Jetzt kann uns nichts mehr halten!

Sehe mir Bilder von meiner letzten Reise an. Tränen der Vorfreude und der Erinnerungen formten sich zu einem Gebet. Und in diesem Moment wusste ich, dass es ein Wiedersehen mit den Frauen und Kindern geben wird!

Liebgemeinte Worte von Menschen, die diese Reise in ein Kriegsgebiet nicht guthießen, wurden gehört, aber die Freude auf das Wiedersehen, der Frauen und Kinder, ließ von nun an mein Herz in einem anderen Rhythmus schlagen.

Die Vorbereitungen verdichteten sich.

An dieser Stelle darf ich zwei Damen mein DANKE aussprechen. Frau Rußmann, eine  88-jährige Dame, und Frau Hermine Novak haben in sehr kurzer Zeit, „105 Fingerpuppen“  für die Kinder gestrickt. Diese Fingerpuppen sind wahre Kunstwerke und das Besondere daran -  sie alle sind afrikanische Fingerpuppen.

Die Vorfreude, diese Fingerpuppen im Namen dieser beiden Damen überbringen zu dürfen, kann ich mit Worten nicht beschreiben. DANKE IHNEN!

 

20.3.16 - Abflug Wien: Dieser gestaltete sich sehr kreativ. Da viele Dinge per Koffer in das Land mussten, waren zwei Koffer zu schwer. Leider war bei diesem Flug kein Übergepäck möglich. So wurde umgeräumt – die Zeit verging – der Flieger wurde mit einem Dauerlauf erreicht! War das schon die erste Hürde?

Am Flughafen Kairo musste ich erfahren wie es ist, wie ein Bügelbrett nach vorne umzufallen. Wie das gelingt? Wir waren im schnelleren Schritt Richtung Abflug unterwegs. In beiden Händen ein Gepäck. DANN haben sich die Ösen des linken und des rechten Schuhes  entschieden, sich zu verbinden. Es gab keinen Freiraum für eine sichere Handlung – so fiel ich wie ein Bügelbrett nach vorne! Auch dieses konnte mich nicht aufhalten J

Ankunft in Juba: Wenn ich Ihnen die würzige Luft Afrikas beschreiben darf - Ein feiner Hauch von Sandelholz, getragen von einer kräftigen Erdigkeit.

Das Wiedersehen mit Familie Ruun ist dann die Wirklichkeit – wir sind behütet angekommen!

Unser Plan war: Soviel Tage wie möglich im Dorf „Niayok“ verbringen zu können. Aber auch die Menschen, die derzeit noch in KhorAdar leben, zu besuchen. Die Dorfbewohner mussten vor einiger Zeit vor den Rebellen flüchten und fanden in KhorAdar Unterkunft. Einige junge Familien sind wieder in das Heimatdorf „Niayok“ zurückgekehrt.

Reise ins Dorf „Niayok“: Flug – Juba nach Paloitch

In Paloitch erwartete uns Mary.  Das Wiedersehen war wie immer sehr beherzt! Übernachtung in Petrodar – Gästehaus.

Am Markt in Paloitch wurden Hygieneartikel und Lebensmittel eingekauft. Junge Burschen halfen diese Artikel in unser Auto zu laden, so verdienten sie sich einige sudanesische Pfund.

Die Fahrt Richtung Dorf „Niayok“ führt direkt an KhorAdar vorbei. Mit dem Wissen, dass hier einige Frauen ihr Zuhause haben, blieben wir stehen. Was dann geschah, kann ich auch heute ohne Tränen noch nicht erzählen.

 

Wir stiegen aus. Es waren Kinder um uns. Ihr Lachen und Staunen berühren mich immer wieder. Dann sah ich SIE!!!! Meine Freude war in einem Schreien hörbar. Ich weiß nicht wie laut ich schrie! Es war Na LinLin! Wir eilten einander zu und diese Umarmung war beseelt.  In der Umarmung wurde Na LinLins Zartheit noch sichtbarer. Wenn ich diese Begegnung in einem Gefühl ausdrücke, dann ist es für mich mit jenem Gefühl vergleichbar, welches ich damals bei meiner Geburt meiner beiden Söhne empfinden durfte – Glückseligkeit!

Na LinLin lud uns ein, in der Hütte Platz zu nehmen. Unser freudiges Wiedersehen wurde gehört. So kamen einige Frauen und nahmen ebenso in der Hütte Platz. Mary vereinbarte mit Na LinLin den Termin für das Frauenmeeting im Dorf!  

Ankunft im Dorf „Niayok“: Die Hütten sind zerstört. Nur wenige stehen und geben Unterschlupf. Bei einigen Hütten nimmt man nicht an, dass darin noch Menschen wohnen. Im Dorf ist eine Stille, die Trauer trägt.

Am Compound von MiakWadang stehen 2 Hütten. Das wunderschöne daran ist, dass sich eine junge Familie eine neue Hütte dazugebaut hat.

Wir waren kurz angekommen, kamen die Kinder und Frauen. Dann ging es los mit Lachen und sich aneinander freuen.

Die Lebensmittel und Hygieneartikel wurden verstaut. Die Kinder liefen zum Nil und schon bald wurden wir zum frischesten Fisch eingeladen! Natürlich wurde dieser gebraten J

Die Frauen kochten aus den mitgebrachten Lebensmittel Speisen, welche sie schon lange nicht mehr hatten. Denn das Mehl gibt es nur sehr sparsam. Öl, Reis, Zucker fehlen nicht selten zu Gänze. Zwiebel und Kaffee gibt es sonst gar nicht! Es wurde bis spät in die Nacht hinein gekocht! Es wurden auch gebackene Mäuse hergestellt J Danke, das SIE dieses möglich gemacht haben!

Mary war wieder am Rückweg, um die Frauen aus KhorAdar zu holen – Frauenmeeting! In der Zwischenzeit durfte ich die afrikanischen Fingerpuppen den Kindern übergeben. Zuerst sahen sie diese Fingerpuppen groß an! Ich spielte Ihnen eine kurze Fingerpuppengeschichte vor. Dann aber war die Begeisterung der Kinder unübersehbar  und unüberhörbar. Dieses Geschenk liebe Frau Rußmann, Frau Novak, kam an! Nicht nur die Kinder waren davon begeistert, auch die Frauen.

Bevor die Nacht den Tag ablöste, kam Mary mit den Frauen wieder im Dorf an! Wir alle saßen noch lange am Feuer, leise und innige Gespräche begleiteten den Abend. Hier wurden schon Themen für die Zukunft besprochen.

Am Morgen wurde das Eingekaufte zu gleichen Teilen an die Familien verteilt. Auch die Familien, die noch in KhorAdar wohnen, bekamen ihren Anteil!

 

Zuerst gab es ein Männermeeting – im Gespräch: Mary und Dr. Bronnenmayer (Details im Bericht von Dr. Bronnenmayer)

Im Gespräch mit den Frauen war schnell klar!

  • Schule für die Kinder
  • Grundversorgung durch Eigenaktivitäten erwirtschaften und sichern

Nach einem frischen Nilbarsch ging es ab nach KhorAdar. Da kamen wir zum Ostergottesdienst zurecht. Schon damals bei meinem ersten Besuch in Melut verliebte ich mich in diese Art von Gottesdienst. Natürlich verstehe ich kein Wort. Aber die Musik, diese Freiheit im Tanzen zum Gebet, ist für mich großartig. Und so war es auch dieses Mal wieder. Es hätte Stunden dauern können! Mary übergab einen riesengroßen Sack von Datteln. Diese Datteln wurden an die Kinder verteilt.

Wir trafen auch Elisabeth mit ihren Kindern. Sie war schon im ersten Nähprojektteam dabei. Auch Elisabeth wird in das Dorf zurückkehren, wenn Schule möglich ist. Und damit verbunden die Neuerwachung des Nähprojektes unter der Leitung von Elisabeth!

Wir waren in KhorAdar auch auf der Suche nach NaNaGag. Ebenfalls eine Frau mit unvorstellbarem Willen, sich von der Abhängigkeit zu befreien. Sie war leider nicht anzutreffen, da sie sich weit im Feld einen kleinen Garten angelegt hat und da am Arbeiten war. Diese Dame war mit einem Teehaus selbständig, bevor sie aus dem Dorf vertrieben wurde. Freue mich auf das Wiedersehen und den Gesprächen mit NaNaGag.

Die Rückfahrt nach Paloitch war für mich einerseits sehr traurig, da mein Wunsch länger bleiben zu können, nicht möglich war. Und dennoch mit so vielen Ideen und Aufträgen im Gepäck sehr ermutigt. Ermutigt, mir hier im Land Wissen anzueignen und Menschen zu treffen, die sich ebenso für verschiedene Aufgaben begeistern könnten. Bauen wir Brücken zueinander!

Ankunft in Juba:

Jango, unser Patenkind, war schon da! Das Wiedersehen ließ das Herz Purzelbäume schlagen!!!!! An diesen Tagen standen Fußball/ Handball  bei 49° an der Tagesordnung. Sein Lachen, wenn mir der Atem fehlte, klingt auch heute noch nach!

Das Erleben mit Jango möchte ich nicht nur in Kürze erzählen. Viel zu schön sind diese Erlebnisse. Daher werde ich von Jango ein andermal erzählen. Wie sehr er die Schule liebt und welche Zukunftsgedanken er schon hat. Wie sehr er auf andere Kinder achtet, damit es ihnen gut geht uvm.

 

Am Sonntag vor unserem voraussichtlichen Abflug besuchten wir in MiyaSabaa den Gottesdienst. Nach der Kirche lernte ich die beiden Frauen Atong und Elisabeth kennen. Elisabeth erkrankte in ihren jungen Jahren an Kala Azar. Als sie Dr. Bronnenmayer sah, war dieses Wiedersehen ein beglücktes, denn sie dankte ihm aus ganzem Herzen für die damalige Hilfe. Atong unterrichtet Dinkafrauen in Lesen und Schreiben. Dieses Lernprogramm von Frau zu Frau wird als Projekt aufgenommen. Mary holt Preise für Dinkabücher ein, damit diese dann angekauft werden können. Mary hat Atong auf die Gehaltsliste gesetzt!

Im gemeinsamen Haushalt von Atong und Elisabeth leben 9 Personen. Die Väter sind im Krieg verstorben und somit haben die beiden Frauen ihre Kinder alleine großgezogen. Leider ist die Situation nun so, dass die Schule sehr teuer geworden ist, und die Kinder nun nicht mehr zur Schule gehen können. Hier sehe ich eine wichtige Aufgabe, dieses wieder zu ermöglichen!

Die Schlafmöglichkeiten sind nicht fein. So ist ein Bett für 9 Personen vorhanden. Die Idee war, Betten inkl. Matratzen anzukaufen und diese könnten dann auch als Sitzmöglichkeit beim Lernen dienen. So wurden Mary dann in Juba € 500.- für diese Unterstützung übergeben.

 

Nach beherzten Umarmungen und ein Wiederkommensversprechen begann leise die Heimreise.

Die Rückreise war nicht weniger kreativ als die Hinreise J (Bericht Dr. Bronnenmayer)

 

Hier im Land, wird schon fleißig an den Umsetzungsmöglichkeiten der verschiedenen Ideen der Frauen gearbeitet.

**Tee-Kaffeehaus

**Friseurin / Perückenmacherin

**Schneiderin / Kleidung / Taschen und CO

**Schweißer/In

**Töpferin

**Seifenmacherin

**Schmuck- Designerin

 

Eine weitere Idee:

HandMade by  - MiakWadang:

Die liebevollen Kunstwerke  finden den Weg aus dem Dorf „Niayok“ zu uns nach Österreich! Der Erlös geht wieder an die Frauen im Dorf!